» Raoul Petite
Raoul Petite steht in den Startlöchern und wird auf der Zappanale #22 erstmals in Deutschland auf der Bühne stehen. Wir dürfen uns auf einen denkwürdigen Auftritt der französischen Kultband freuen. Es ist kaum verständlich, dass sie hierzulande so wenig bekannt sind, machen sie doch seit Jahrzehnten durch ihre avantgardistische Musik und spektakuläre Bühnenshows von sich Reden. Wir hatten die Gelegenheit, ihnen ein paar Fragen zu ihrem geplanten Auftritt in Bad Doberan zu stellen:
WebCrew: Wir sind sehr glücklich und sogar ein bisschen stolz, dass Ihr dieses Jahr auf der Zappanale spielt. Ganz besonders, weil es ja das erste Mal ist, dass Ihr in Deutschland auftretet. Was hat Euch davon überzeugt, bei der Zappanale aufzutreten?
Raoul Petite: Dieses Festival ist für uns ein Kult-Festival, weil es hinsichtlich musischer und szenischer Einflüsse all das repräsentiert, was Frank Zappa in die Welt hinausgetragen hat. Außerdem haben wir diese Frau von Euch sehr geschätzt, die extra nach Frankreich gekommen ist, um eines unserer Konzerte zu sehen. Wir waren echt glücklich, als wir sie so begeistert während unserer Show erlebten.
WebCrew: Was bedeutet es für Euch auf einem Festival aufzutreten, das in Gedenken an Frank Zappa stattfindet und auch ungewöhnlicher und neuer zappaesker Musik gewidmet ist?
Raoul Petite: Es ist eine Möglichkeit für uns, all die Musik Frank Zappa´s zu bewahren und sie einer jüngeren Generation näherzubringen.
WebCrew: Hatte Zappa´s Werk irgendeinen Einfluss auf Raoul Petite´s Musik?
Raoul Petite: Selbstverständlich! Mit den auf gleicher Stufe stehendem Spott und der Ernsthaftigkeit, mit der wir Musik machen, ganz sicher – ohne uns allerdings selbst dabei allzu ernst zu nehmen. Wir vermieden aber stets, Zappa zu kopieren, da er einfach unvergleichlich ist. Daher eigneten wir uns einen eigenen Stil an, behielten dabei seine Einflüsse stets im Sinn.
Der Name der Band entstammt übrigens einer Szene aus dem Film „200 Motels“. In diesem Film sagt einer der Musiker im Tour-Bus „road fatigue“, weil er von dem vielen Reisen kaputt war. Und wir dachten bei uns: wenn er französisch gesprochen hätte, hätte es sich wie „Raoul Petite“ angehört. Da wir am nächsten Tag einen Konzertauftritt aber noch keinen Namen hatten, entschieden wir uns halt für diesen.
WebCrew: Dürfen wir von Euch einen dieser unglaublich und ehrfurchtgebietenden Shows erwarten, so wie wir sie von Eurer 2008er DVD her kennen?
Raoul Petite: Selbstverständlich wird es so etwas geben.
WebCrew: In welcher Besetzung werdet bei der Zappanale auftreten?
Raoul Petite: Schlagzeug, Bass, Piano, Trompete, Posaune, Gitarre und drei Sänger
WebCrew: Demnächst erscheint die neue CD „Yes Futur“. Könnt Ihr uns dazu schon mal ein wenig sagen?
Raoul Petite: Während die Plattenindustrie zusammenbricht, ziehen Raoul Petite daraus einen Nutzen und bringen ihr zweifelsohne bestes Album auf den Markt ohne sich zu beklagen.
Ihre nomadenhaften Produktionsstätten, die sie entlang der gegensätzlichsten Plätze führte, wie die Behausung von Zaunkönigen, den Anhöhen von Klippen, Resopal-Küchen, Hotelzimmern und so weiter, ermöglichten ihnen, fremde Welten zu entdecken und mit Zigeunern, Chinesen, Orientalen und sogar einem Franzosen namens Didier Super zusammenzuarbeiten, ebenso mit zwei entarteten Sängerinnen, die sich hassen und es nur wegen des Geldes machen. Außerdem gingen das Collectiv Raoul Petite eine Partnerschaft mit dem US amerikanischen Produzenten Markus Fricky ein, sodass es zu einer zügellosen Erfindungsgabe neuer Klangwelten kam.
All das zusammengenommen ergibt einen Cocktail von Rock, Groove, Hohn und Spott ethnischer Mixturen, raffinierten Liedtexten und zeitgenössischer Musik unbegrenzter Horizonte. Raoul Petite, eine Band ohne Limits, offeriert ein Album voller Pessimismus, freudiger Energie und höchster Verunreinigung.
www.raoulpetite.com
www.myspace.com/raoulpetite
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